11 Tipps zum Entschleunigen                                                                                                                            

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Freundinnen und Freunde,

Manche Menschen stehen ständig auf dem Gaspedal und vermitteln den Eindruck, alles gleichzeitig und im Laufschritt zu erledigen.
Gehören Sie auch dazu? Agieren Sie so, weil Sie von Natur aus zur „flotten Truppe“ gehören oder weil die Umstände es von Ihnen verlangen?
Wenn das für Sie in Ordnung ist und Sie sich wohlfühlen, lesen Sie nicht weiter (aber schicken Sie das Email an Betroffene weiter!).

Falls Sie allerdings unter negativen Auswirkungen des ständig gehetzt seins leiden, können Sie etwas dagegen tun.

Die Auswirkungen von dem ständig unter Volldampf Leben liegen auf der Hand:

  • Das Gefühl, ständig unter Druck zu sein
  • Gesundheitsprobleme (Bluthochdruck, Schlafstörungen…)
  • Ihr Umfeld leidet unter dem Stress, den Sie verbreiten
  • Arbeiten werden fehlerhaft erledigt
  • Sie versuchen, mehrere Dinge gleichzeitig zu machen und am Ende des Tages ist nichts erledigt

Wie bei vielen Verhaltensweisen kommt es auch hier auf die richtige Dosierung an: allzu viel ist ungesund, doch ein gewisses Maß an Geschwindigkeit ist auch nötig, um mit den Anforderungen des Alltags gut zurecht zu kommen.
Diese 11 Tipps richten sich vermehrt an jene, die betroffen sind und sich mit ihrer schnellen Lebensweise nicht wohl fühlen. Es ist keine allgemeine Anleitung zum Trödeln.

  1. Überlegen Sie, bei welchen Gelegenheiten Sie sich entspannt und ruhig und gelassen fühlen. Wird Ihnen beim Hören bestimmter Musik „warm ums Herz“? Beim Liegen in der Badewanne? Beim Spaziergang im Wald? Beim Zusammensein mit bestimmten Menschen? Was auch immer es ist, bringen Sie mehr davon in Ihr Leben!
  2. Atmen Sie! Die beste Entschleunigungs-Technik ist das Atmen: Versuchen Sie, so oft wie möglich 3x tief ein und aus zu atmen. Besonders in Situationen, in denen Sie hektisch sind oder kurz davor stehen, es zu werden.
  3. Lernen Sie eine Entspannungsmethode. Welche die richtige für Sie ist, hängt ganz von Ihren Vorlieben ab: Meditation, Autogenes Training, Progressive Muskelrelaxation nach Jacobsen uvm.
  4. Achten Sie auf Ihre Wortwahl. Sagen Sie z.B. oft: “Ich mache noch schnell dieses oder jenes.“? Vermeiden Sie Worte, die mit Geschwindigkeit zu tun haben.
  5. Versuchen Sie einmal eine Tätigkeit gaaaaanz langsam auszuführen, die üblicherweise ruckzuck passiert. Z.B. Gesicht eincremen, im Restaurant ein Gericht in der Speisekarte auswählen. Wie fühlt sich das an? Ungewohnt, aber doch irgendwie angenehm?
  6. Diese Übung ist schon etwas schwieriger: sehen Sie einem Frühstücksei beim gekocht werden zu. Tun Sie in den ca. 5 Minuten nichts anderes, nicht den Tisch decken, die Zeitung lesen oder rasch(!) unter die Dusche gehen. Mit dieser Übung lernen wir im Hier und Jetzt zu sein. Interessanterweise ist das kein Thema unserer modernen Zeit, sondern ist eine uralte Technik aus dem Zen-Buddhismus: "Wenn ich liege, dann liege ich. Wenn ich aufstehe, dann stehe ich auf. Wenn ich gehe, dann gehe ich und wenn ich esse, dann esse ich."
  7. Wenn Sie das Ei „geschafft“ haben, sind Sie fit für die nächste Übung: lassen Sie langsame Mitmenschen in ihrem Tempo agieren! Unterbrechen Sie Langsam(und Viel-)Sprecher nicht! Bleiben Sie auch gedanklich dabei. Dabei kann Punkt 2. hilfreich sein.
  8. Machen Sie bewusst Eines nach dem Anderen. In fast allen Situationen ist Multitasking nicht sinnvoll, da es uns viel mehr Energie kostet, als wenn wir Aufgaben nacheinander erledigen. Denken wir nur daran, was mit dem PC passiert, wenn mehrere komplexe Vorgänge parallel ablaufen!
    Im Beruf können selbstverständlich Situationen auftreten, wo sie plötzlich feststellen, dass Sie an mehreren Dingen gleichzeitig arbeiten. Sie bearbeiten einen Akt, das Telefon läutet und Sie heben ab, der Kollege schaut bei der Tür herein und möchte etwas und schwuppdiwupp ist der Schreibtisch voll mit unterschiedlichen Aufgaben (oder am Bildschirm des PCs sind mehrere Fenster offen). Manche Dinge müssen wir hinnehmen, wie sie sind. Aber dann alle Vorgänge bis auf einen wieder schließen, Schreibtisch frei räumen und zurückkehren zu einer einzigen Tätigkeit! Notfalls sagen sie vor sich hin: „Eines nach dem Anderen!“
    Meist sind es aber nur wir selbst, die für dieses Verzetteln verantwortlich sind. Wir bearbeiten etwas (vielleicht etwas Langweiliges), da fällt uns ein, dass wir auf ein Email noch nicht geantwortet haben und unserem Chef wollten wir auch noch etwas mitteilen und, ach ja, den Einkaufszettel schreiben und wann haben wir den nächsten Termin beim Zahnarzt? Erwischt?
  9. Halten Sie sich beim Autofahren an die Geschwindigkeitsbeschränkung (plus maximal 10% Überschreitung) und überholen Sie so wenig wie möglich. Sie werden viel entspannter am Ziel ankommen. Auch wenn jetzt manche von Ihnen stöhnen, das funktioniert!
  10. Wenn Sie feststellen, dass Sie während der Arbeit hektisch werden, sagen Sie Entschleunigungsphrasen wie z.B. „Ganz ruhig, ganz langsam!“
    Sehr gut geeignet ist auch dieser Spruch:“ Ich tue alles ganz langsam, ruhig und gelassen, konzentriert und fokussiert, eines nach dem anderen, in genau der Zeit, die es braucht.“
  11. Und schließlich die - meiner Erfahrung nach - schwierigste Übung: Reihen Sie sich, wenn Sie irgendwo anstehen müssen, absichtlich in die längste Schlange ein. Beim Einkaufen, im Auto an der Mautstelle etc. (In unserer Wahrnehmung ist die Schlange, an der wir anstehen ohnehin immer die langsamste!). Und genießen Sie das Warten!
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